Pfänderturm (Hungerturm)

Der um das Jahr 1400 errichtete Pfänderturm (auch Hungerturm genannt) markierte die damalige nordöstliche Stadtgrenze und ist eines der letzten im Originalzustand erhaltenen Gebäude der alten Wehranlage. Weitere noch erhaltene Gebäude der alten Stadtbefestigung sind der Stadtturm am Platz (Flaschlturm), der Stadtturm an der oberen Stadtmauer sowie Mauerreste an der oberen Stadtmauer und in der Grabengasse.

 

Im Pfänderturm wurden jene Personen eingesperrt, die leichtere Schulden angehäuft hatten und gepfändet worden waren. Es gab jedoch nicht nur Inhaftierte mit Finanzproblemen: Im Januar 1574 wurden drei Pfaffenhofener in den Turm gesperrt, weil sie in der Heiligen Nacht Karten gespielt hatten. Dazu wurden sie zu „1.000 Stein" gestraft, das hieß, sie mussten 1.000 Steine für die Stadtpflasterung herbeischaffen. Im Volksmund wird der Pfänderturm auch Hungerturm genannt. Dieser Name kommt vermutlich aus dem frühen 19. Jahrhundert, als hier der Polizeiarrest ausgesessen werden musste, bekanntermaßen „bei Wasser und Brot".

Bewacht wurden die Insassen von einem Türmer, der im Turm eine kleine Wohnstube hatte und die Schlüssel zur Arrestzelle verwaltete. 1807 wurden große Teile der Stadtmauer und das südlich des Stadtzentrums gelegene Münchener Tor abgetragen, knappe 100 Jahre später auch das Scheyerer Tor und das Türltor entfernt. Nach seiner Funktion als Polizeiarrestzelle in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging der Turm 1860 in privaten Besitz über, bis ihn 1926 die Stadt Pfaffenhofen erwarb.

Der Pfänderturm wurde 1926 von der Stadt Pfaffenhofen erworben.