Großfeuer am Hauptplatz (heute von der Volksbank-Raiffeisenbank bis zur Bäckerei Bergmeister)

Schwere Jahre erlebten die Pfaffenhofener im frühen 19. Jahrhundert. Wiederholt waren im Zuge der napoleonischen Kriege französische und österreichische Soldaten vor Pfaffenhofen aufgezogen, hatten die Stadt belagert und zum Teil geplündert. Im Jahr 1813 traf ein weiteres Unglück die Stadt.

Am Abend des 30. Juni zog ein heftiges Gewitter auf. Die in schneller Folge zuckenden Blitze trafen die mit Heu und Stroh gefüllte Scheune des Weinwirtes Meillinger (Hauptplatz 16), von wo aus das Feuer rasch auf andere Gebäude übergriff. Insgesamt brannten drei Brauereien, vier Stadel, neun Stallungen und mehrere Nebengebäude komplett ab. Nach sechs Stunden harten Kampfes gelang es den Bürgern, die Ausbreitung des Feuers zu stoppen und weitere Gebäude vor dem Verderben zu schützen – auch dank der „großen Feuerspritze, welche das Wasser 70 Schuh weit treibet". Die große Spritze hatte man schon 1781 angeschafft und in der Feuerordnung von 1799 hatte man genau festgelegt, wer welche Aufgaben beim Löschen zu erfüllen hatte. Drei Männer dirigierten das Rohr, 24 betätigten die Pumpe und weitere 100 Personen schafften in Eimern stets neues Wasser herbei.

Dennoch, das Großfeuer hinterließ seine Spuren. Der Gesamtschaden an Gebäuden, Geräten und Getreide bezifferte sich auf die beträchtliche Summe von 80.000 Gulden, von der lediglich ein Anteil von 14.000 Gulden versichert war. Im September 1862 schließlich gründete der Männerturnverein Pfaffenhofen eine freiwillige „Turner-Feuerwehr", dies war die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Pfaffenhofen.

Die "Oide Lies", das historische Feuerwehrauto, ist heute nur noch bei Festzügen im Einsatz.