Gelage nach dem Galgenneubau (Kramerbräu)

Als im Jahr 1768 die Hinrichtung durch den Strang für zwei ertappte Diebe bevorstand, stellten die Verantwortlichen fest, dass am Pfaffenhofener Galgen „eine Execution ohne Befürchtung größter Gefahr nicht vollbracht werden konnte". Folglich musste die desolate Tötungsvorrichtung umgehend neu gebaut werden. Die Arbeiten hatten einem alten Brauch folgend alle Maurer und Zimmerleute der Stadt und des Landgerichts gemeinsam zu bewerkstelligen. Diese 141 Personen arbeiteten an der Richtstätte außerhalb der Stadt (heute Georgshöhe südöstlich des Bahnhofes) und wurden täglich mit „Essen und Trunk" beim Kramerbräu versorgt. Innerhalb von zwei Tagen wurden so 1.300 Maß Bier ausgeschenkt – das waren knapp fünf Liter Bier pro Mann und Tag. Die Rechnung für dieses Gelage blieb allerdings sechs Jahre lang offen. Während dieser Zeit stritten Stadt und die kurfürstliche Hofkammer in München, wer für die entstandenen Kosten verantwortlich sei. Immerhin hatte man die Hinrichtung der beiden Diebe nach der zügigen Arbeit der trinkfreudigen Handwerker noch termingerecht vollziehen können.