Wortbruch der Landsknechte (Flaschlturm)

Nach 50-jähriger Bauzeit wurde 1438 die Stadtmauer von Pfaffenhofen vollendet. Doch als sich am 9. Juni 1504 der Heerhaufen der Landsknechtführer Georg von Wisbeck und Magnus von Habsberg näherte, wollte man sich lieber doch nicht auf die Mauern verlassen. Landshut, Moosburg, Erding, Kraiburg und Braunau waren bereits von den Kriegsleuten erobert worden. Also versuchte man, sich friedlich zu einigen, immerhin eilte dem Anführer Wisbeck der Ruf voraus, ein zäher Brocken zu sein. „Die Wispecken lassen sich nicht gern schrecken", war damals ein beliebter Reim auf diese streitbaren Gesellen. Also vereinbarte man, dass Pfaffenhofen gegen die Entrichtung eines Lösegeldes verschont werden sollte.

Doch die Landsknechte dachten nicht im Traum daran, sich an diese Abmachung zu halten. Wo das Lösegeld herkam, war gewiss noch mehr zu holen. Sie erstürmten die Stadt, plünderten die Häuser und zündeten sie anschließend an. Viele Bürger der Stadt fanden in den Flammen den Tod. Es hätte allerdings auch noch schlimmer kommen können: Bei der Belagerung von Vilshofen war Wisbeck mit seinen Landsknechten übereingekommen, dass alle Einwohner der Stadt, die älter als zehn Jahre waren, erschlagen werden sollten.