Ein „unleydtliches Tractament“ (Pfaffelbräu)

In den frühen Morgenstunden des 15. April 1745 begann die Schlacht bei Pfaffenhofen. Die französischen Verbündeten des bayerischen Kurfürsten waren damals gerade dabei, ihr Lager bei der Stadt abzubrechen, als sie von den verfeindeten Österreichern überrascht wurden. Durch das Münchener Tor und den unteren Hauptplatz drangen diese in die Stadt ein, während sich die Franzosen am Friedhof verschanzten. Die französischen Soldaten konnten ihre Stellung jedoch nicht lange halten und wurden bald aus der Stadt gedrängt.

Nach der Schlacht begann das Plündern. Auch beim Pfaffelbräu versuchten die siegreichen Österreicher ihr Glück. Sie rissen an sich, was nicht niet- und nagelfest war: Geschirr, Töpfe und Kleidung. Als der Hausbesitzer ihnen nicht verriet, wo er seine Wertsachen versteckt hielt, prügelten sie ihn gnadenlos zusammen. Wenige Tage später starb der Mann an den Folgen dieses „unleydtlichen Tractaments".

Der Pfaffelbräu war über Jahrhunderte eine Institution städtischen Zechens und Feierns. (Aufnahme von 1910)